Nespresso — ein Möbelgeschäft?



Ich staunte ja nicht schlecht, als ich heute den (neuen?) Nespresso Store in Thun betrat. Ich bin grundsätzlich sehr begeistert von der edlen Form von Werbung, die Nespresso macht. Und sehr angesprochen von deren Stil und Bildsprache. Entsprechend macht man sich so seine Vorstellungen, wie das ganze Konzept weiter geführt werden könnte oder gar müsste.

Wenn ich die Türe zu einem Nespresso Store öffne (man muss sie selber öffnen, ja genau), würde ich erwarten, alsbald in eine «Welt des Kaffees» einzutauchen. Ich stelle mir vor, wie der Raum vom herrlichen Duft von Kaffee (ich weiss, das ist Ansichtsache) erfüllt ist. Und wie dieser mir entgegen kommt, mich umhüllt und mich eben in diese Welt eintauchen lässt. Und ich würde den logischen Schluss daraus erwarten: Ich fühle mich am richtigen Ort. Dort wo ich hinwollte, wenn ich den Store als mein Ziel gewählt habe. Dort, wo's Kaffee gibt. Wenn auch in einer speziellen Form.

Aber dem war nicht so. Nichts von all dem konnte ich erleben. Ich öffnete die Tür. Mit den oben erwähnten Erwartungen und vielleicht auch Hoffnungen. Voller Freude nahm ich einen tiefen Atemzug und ... wäre am liebsten wieder aus dem Lokal gerannt. Nach frischen Möbeln und neuer Einrichtung riecht es. Nach Verpackungen und Drucksachen (die riechen ganz besonders schrecklich). Nach Kleidern und Parfum. Nur nicht nach Kaffe.

Wäre es nicht Nespresso, würde ich behaupten, es sein ein Anfänger-Fehler. Aber das kann kaum sein. Oder doch? Wieso um alles in der Welt fehlt im Nespresso Store der Duft von Kaffee? Das, worum es im Kerngeschäft des Nespresso-Projekts geht, vermisst man. Es ist schön und luftdicht in kleine farbige Kapseln eingepackt. Und diese wiederum sind in hübsche farbige Karton-Verpackungen gesteckt. Und diese sind optisch schön und geometrisch perfekt inszeniert.

Schade eigentlich. Ich dachte, es ginge um Kaffee.

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